Warten auf Guido – ein hallendes Verwirrspiel ohne Ausgang

Seltsames geschieht im Dorf. Der dramatische Club, der sich eigentlich auflösen wollte, will nun doch weiter spielen und den doch ziemlich anspruchsvollen „Sommernachtstraum“ auf die Bühne bringen. Sogar eine auswärtige Regisseurin hat man engagiert. Das Interesse im Dorf für den Club und die Aufführung ist gewaltig. Es wird erzählt, das habe mit Guido zu tun. Guido, der Filou, hat damals den Skandal ausgelöst, der zum grossen Krach geführt hat. Aber das ist lange her. Guido ist später ausgewandert – oder abgehauen, wie auch behauptet wird. Er soll sich in Alaska niedergelassen haben.
Doch das ist höchstens die halbe Wahrheit. Denn alle, die im „Sommernachtsraum“ mitspielen wollen, haben ihre eigenen Motive. Und die sind gar nicht immer nur edel.

Die Premiere rückt näher. Die Anspannung steigt. Die Gerüchteküche brodelt. Die Nerven liegen blank. Frau Donat-Ambühl, die Mäzenin, spricht ein Machtwort, der Pfarrhelfer möchte schlichten. Der Präsident wird zum Diktator seiner Truppe; die Regisseurin wirft den Bettel hin. Trotzdem können sie alle nicht voneinander lassen, bleiben durch ein unsichtbares Band verbunden. Und das Unabänderliche nimmt seinen Lauf.

„Warten auf Guido“ spielt im Frühjahr 1975 – just zur Zeit der Besetzung des Geländes in Kaiseraugst, die auch einen kleinen Einfluss auf den Gang des Stückes nimmt.
„Warten auf Guido“ handelt vom Umgang mit Wahrheit, Schein und Wirklichkeit. Und es ist die Geschichte einer Kränkung.
„Warten auf Guido“ ist ein Stück mit Freiämter Kolorit, manchmal grotesk und voll heiterer Melancholie.
„Warten auf Guido“ lebt auch von der zeitgenössischen Musik der einzigartigen Hausband, wie sie traditionellerweise zu den Produktionen des Begorra-Theaters gehört.